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Silikonformteile für Lebensmittel- und Babycare-Anwendungen

Lebensmittelechte Silikonformteile aus LSR-Fertigung für Ihre Serie

Wir fertigen Dichtteile, Ventile, Schläuche und weitere Silikonbauteile nach Zeichnung – durch Spritzgießen, Extrusion oder Formpressen. Dazu erhalten Sie die verfügbaren Material- und Prüfnachweise für die Freigabe durch Ihre Qualitätsabteilung.

Für Einkauf, Konstruktion und Qualitätswesen: Wir klären Material, Kontaktbedingungen und Nachweisbedarf bereits in der RFQ-Phase, bevor Werkzeugkosten entstehen.

Silikonformteil für den Lebensmittelkontakt

10–80

Shore A bei LSR

±0,05

mm typische LSR-Toleranz

3–6

Wochen Serienwerkzeug

Material und Anwendung

Was „lebensmittelecht“ konkret bedeutet

Der Begriff allein sagt noch nicht aus, ob ein fertiges Bauteil für Ihren Einsatz geeignet ist. Entscheidend sind drei Ebenen, die wir im Projekt gemeinsam betrachten:

Rohstoff

Herstellerdokumente und Konformitätsangaben, etwa zur EU-Rahmenverordnung 1935/2004 und zur BfR-Empfehlung XV für Silikone, bilden die Grundlage. Die Eignung hängt unter anderem von Kontaktdauer, Temperatur und Lebensmittelgruppe ab.

Bauteil

Vernetzungsgrad, Nachvernetzung, Entgratung und Prozesssauberkeit beeinflussen Geruch und Migration. Ein geeigneter Compound allein garantiert noch kein geeignetes Fertigteil.

Anwendung

Sauger, Dosierventile und Dichtungen in Kaffeemaschinen unterscheiden sich bei Temperatur, Wechselzyklen und Reinigung. Diese Anforderungen sollten vor der Materialauswahl klar sein.

Welche Prüfung für Ihr Kontaktszenario erforderlich ist, legen Sie als Auftraggeber fest. Wir klären, welche Nachweise technisch machbar und für den eingesetzten Compound verfügbar sind.

Materialentscheidung

Platin- oder peroxidvernetzt?

Die Vernetzungschemie prägt Materialauswahl und Dokumentation. Platinvernetzte Systeme werden häufig bei Lebensmittel- oder Medizinkontakt gewählt, da sie keine peroxidbedingten Spaltprodukte bilden. Peroxidvernetzte Compounds können ebenfalls passen, benötigen aber besondere Aufmerksamkeit bei Nachvernetzung und Geruchsprüfung.

Kriterium Platinvernetzt (LSR) Peroxidvernetzt (HTV/Extrusion)
Typischer EinsatzVentile, Sauger, Dichtungen mit LebensmittelkontaktSchläuche, Profile, Dichtungen mit einfacheren Kontaktanforderungen
VernetzungsnebenprodukteKeine peroxidbedingten SpaltproduktePeroxid-Zerfallsprodukte; Nachvernetzung erforderlich
Geruchs- und MigrationsrisikoBei sauberer Nachvernetzung niedrigerNachvernetzung und Prüfung sind entscheidend
Härte / Zyklus10–80 Shore A; kurze Zyklen für SerienspritzgussAbhängig von Compound, Profil und Vernetzungsart

Noch keine Materialfestlegung? Nennen Sie Kontaktart, Temperaturbereich und gewünschte Härte – wir geben eine begründete Empfehlung.

Fertigung nach Zeichnung

Drei Verfahren für unterschiedliche Bauteile

Das passende Verfahren richtet sich nach Geometrie, Funktion, Stückzahl und Toleranzbedarf. Diese technischen Eckdaten helfen bei der ersten Einordnung.

Präzisionsteile

LSR-Spritzgießen

Für Ventilmembranen, Dichtlippen, Sauger-Geometrien und Dosierteile. Mehrfachkavitäten unterstützen hohe Stückzahlen und nachvollziehbare Maßhaltigkeit von Charge zu Charge.

Bauteilhüllvolumen
bis 300 × 200 × 100 mm
Härte
10–80 Shore A
Toleranz
typisch ±0,05 mm; bis ±0,02 mm
Werkzeug / Oberfläche
3–5 Mio. Schuss; matt, poliert oder Textur

Angaben anwendungs- und werkzeugabhängig. Wiederholgenauigkeit ca. ±0,1 mm, geometrieabhängig. Werkzeugstähle: P20, H13 oder 420 Edelstahl.

Schläuche und Profile

Silikonextrusion

Für Trink-, Dosier- und Pumpenschläuche sowie Profildichtungen – als Fixlänge oder Endlosrolle. Eine gleichmäßige Wandstärke hilft, Durchfluss und Montageprozess stabil zu halten.

Produkte
Schläuche, Schnüre, Profile, Mehrkanalschläuche
Außendurchmesser
0,5–120 mm
Querschnittstoleranz
±0,05 mm; präzise ±0,03 mm
Wandstärke / Länge
0,3–15 mm; bis 1.000 m

Vernetzung mit Heißluft, Salzbad, Mikrowelle oder Dampf. Sekundärschritte: Schneiden, Aufwickeln, Fügen, Markieren, Prüfen und Verpacken.

Großformatige Teile

Formpressen

Eine Alternative für große Dichtungen und Membranen, die nicht wirtschaftlich spritzgegossen werden können. Für weniger enge Zeichnungstoleranzen kann das Verfahren kostengünstiger sein.

Maximale Größe
2.500 × 2.000 × 1.000 mm
Teiletoleranz
typisch ±0,2 mm
Kavitätstoleranz
±0,1–0,2 mm; komplex ±0,3–0,5 mm
Kavitäten
Einfach oder mehrfach

Mögliche Sekundärschritte: Nachvernetzung, Entgraten, Stanzen, Bohren, Bonding und Montage.

Werkzeugbau und Qualität

Oberfläche und Trennlinie funktional auslegen

Bei Lebensmittelkontakt sind Oberflächenqualität und Gratbildung mehr als optische Fragen: Raue Flächen können Rückstände begünstigen, ein Grat an der Trennebene zur Dichtungsschwachstelle oder Ablagerungsstelle werden. Bei Bedarf legen wir die Werkzeugoberfläche auf Ra 0,8 µm oder besser aus und planen Trennlinie und Entformung passend zum Bauteil.

Im Werkzeugbau nutzen wir 3- und 5-Achs-CNC, Senk- und Drahterodieren sowie Moldflow-Prüfungen. Aluminium-Rapid-Werkzeuge sind für Vorserien mit ca. 100–10.000 Zyklen vorgesehen. Serienwerkzeuge fertigen wir aus gehärteten Stählen; bei korrosionsanfälligen Anwendungen kommen Edelstahl 316 oder 420 zum Einsatz.

Prüfung und Dokumentation für Ihre Freigabe

Je nach Projekt stellen wir ein abgestimmtes Paket an Material- und Prüfnachweisen bereit.

DokumentInhalt und Zeitpunkt
MaterialdatenblattCompound, Härte, Vernetzungsart und Temperaturbereich; mit Angebot oder vor Werkzeugstart
KonformitätserklärungAngaben zur Eignung des eingesetzten Compounds; auf Anfrage je nach Spezifikation
Maßprotokoll / ErstmusterprüfberichtKritische Maße, Funktion und Sichtprüfung; mit T0/T1 und vor Serienfreigabe
ChargenrückverfolgungZuordnung von Charge, Werkzeug und Fertigungsdatum; laufend in der Serie

Migrations- oder Geruchsprüfungen stimmen wir mit Ihnen ab oder vermitteln sie über ein Prüflabor. Prüfanforderungen richten sich nach Ihrem Kontaktszenario und der Zielregulierung.

Projektplanung

Zeitplan mit Blick auf Ihre Freigabe

Kurze Durchlaufzeiten sind dann wertvoll, wenn sie Prüfung und Freigabe voranbringen. Die folgenden Richtwerte gelten für Standardgeometrien; den konkreten Termin bestätigen wir nach der DFM-Prüfung.

  1. Prototypenwerkzeug: ca. 10–12 Tage

    T0-Muster ermöglichen frühzeitige Prüfung von Geometrie, Entformung und Dichtverhalten am realen Teil.

  2. Serienwerkzeug: ca. 3–6 Wochen

    Die Richtzeit unterstützt eine vorausschauende Lagerplanung und die Abstimmung des Produktionsstarts.

  3. Validierung parallel zum Werkzeugbau

    Materialcharge, Maßprotokoll und Funktionstest am Prototypen können vorbereitet werden, während das Serienwerkzeug entsteht.

  4. Komplexität im Termin berücksichtigen

    Werkzeuge mit Schiebern oder engen Toleranzen können mehr Zeit benötigen. Den belastbaren Ablauf erhalten Sie nach der DFM-Prüfung.

Projektpassung

Für welche Vorhaben wir der passende Partner sind

Wir passen gut zu Projekten mit eigener Zeichnung oder 3D-Daten, neuem oder geändertem Werkzeug und einem Jahresbedarf typischerweise über 100.000 Stück – oder einem klar geplanten Serienhochlauf.

Typische Teile sind Sauger-Dichtungen, Dosier- und Rückschlagventile, Milchpumpen-Membranen, Schläuche für Getränkeanlagen und Dichtungen für Haushaltsgeräte mit Lebensmittelkontakt.

Weniger geeignet

Projekte ohne Zeichnung, die ausschließlich Katalogware suchen, oder Einzelmuster ohne Serienperspektive passen weniger gut. Auch Luftfahrt- oder Nuklearzulassungen als Hauptanforderung liegen außerhalb unseres Schwerpunkts. Wir sprechen dies früh an, damit Sie Zeit sparen.

Von der RFQ bis zur Serie

  1. 01

    RFQ-Prüfung und DFM

    Wandstärke, Entformung, Grat, Schwindung und Dichtungsgeometrie prüfen.

  2. 02

    Material- und Härteauswahl

    Empfehlung nach Kontaktart, Temperatur und Nachweisbedarf.

  3. 03

    Werkzeugkonzept und Angebot

    Werkzeugkosten, Stückpreis und Durchlaufzeit abstimmen.

  4. 04

    Werkzeugbau und Validierung

    T0/T1-Muster, Maßprotokoll und Funktionsprüfung.

  5. 05

    Serienfreigabe und Fertigung

    Freigabe nach Ihrem Prüfplan und laufende Chargenrückverfolgung.

  6. 06

    Sekundärschritte und Verpackung

    Entgraten, Montage, Markierung und Verpackung nach Spezifikation.

Angebotsvorbereitung

Diese Angaben beschleunigen Ihre RFQ

Je vollständiger Ihre Anfrage, desto weniger Rückfragen sind nötig und desto genauer kann das Angebot ausfallen.

AngabeBeispiel
Zeichnung oder STEP-DateiBauteilgeometrie mit markierten kritischen Maßen
Kontaktart und LebensmittelgruppeWässrig, fettig, sauer, Babyflasche oder Dosierung
Temperatur und ReinigungMax. 120 °C, Spülmaschine oder Dampfsterilisation
Werkstoffwunsch oder Härte40 Shore A, platinvernetzt
Jahresmenge und Losgröße250.000 Stück/Jahr, quartalsweise Abrufe
Toleranzen und FunktionsflächenDichtlinie, Montagemaß oder Durchflussquerschnitt
Gewünschte NachweiseMaterialdatenblatt, Konformitätserklärung, Erstmusterbericht
ZeitplanErstmuster bis KW 14, Serienstart KW 22

Nächster Schritt

Lassen Sie Ihr Silikonprojekt prüfen

Senden Sie Zeichnung oder 3D-Daten mit Ihren Kontakt-, Temperatur- und Mengenanforderungen. Sie erhalten eine erste Einschätzung zu Machbarkeit, offenen Punkten und Zeitrahmen. Sind die Anforderungen klar, folgt ein Angebot mit Werkzeug- und Stückpreis.

Für Besuche, Musterübergaben oder Rückfragen zur Lieferung:

Anfrage und Kontakt

Teilen Sie uns Ihre Unterlagen und Anforderungen mit. Wir melden uns mit einer ersten technischen Einschätzung.