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Kundenspezifische Silikonformteile

Silikonmembranen für Pumpen, Ventile und Dosiersysteme

Eine Membran muss Medien trennen und sich zugleich zuverlässig bewegen. Wir entwickeln und fertigen kundenspezifische Bauteile, bei denen Dichtlinie, Rückstellkraft und Werkzeugkonzept gemeinsam bewertet werden – bevor der erste Stahl geschnitten wird.

Ob Flach-, Roll- oder Faltenmembran: Maße, Härte und Prüfmerkmale stimmen wir auf Ihre Funktion ab. Meist setzen wir auf LSR-Spritzgießen, bei dickeren oder großflächigen Geometrien auch auf Formpressen.

Kundenspezifische Silikonmembran für technische Baugruppen
  • 10–80

    Shore A Härtebereich

  • ±0,05 mm

    typische Teiletoleranz

  • 3–5 Mio.

    Schuss Werkzeuglebensdauer*

  • T0/T1

    dokumentierter Erstmusterprozess

*Abhängig von Werkzeug und Anwendung. Konkrete Werte stimmen wir projektbezogen ab.

Funktion und Bauform

Was eine Silikonmembran in Ihrer Baugruppe leisten muss

Eine Membran übernimmt meist zwei Aufgaben gleichzeitig: Sie trennt Medien oder Räume und bewegt sich dabei elastisch. Deshalb sollten Bauform, Belastung und Einbausituation von Anfang an zusammen betrachtet werden.

Flachmembran

Für Dosierpumpen oder Druckausgleichselemente. Eine gleichmäßige Wandstärke unterstützt die Lebensdauer.

Rollmembran

Rollt sich unter Hub ab und erzeugt wenig Reibung. Der Übergang zwischen Rolle und Befestigungsrand ist besonders kritisch.

Faltenmembran

Ermöglicht große Hübe bei kleinem Bauraum. Die Faltengeometrie muss Durchschlagen und Einreißen verhindern.

Ventilmembran

Mit integrierter Schließlippe, Entenschnabel- oder Schirmgeometrie. Ansprechdruck und Schlitzgeometrie prägen das Verhalten.

Drei Werte früh festlegen

  • Härte: Shore A beeinflusst die Rückstellkraft und das Verhalten im Betrieb.
  • Zulässige Dehnung: entscheidend für die elastische Bewegung und die Dauerfestigkeit.
  • Temperatur und Medium: bestimmen Materialwahl und Dichtverhalten.

Eine Membran mit 40 Shore A verhält sich in einer Dosierpumpe anders als eine mit 60 Shore A in einem Druckregler – auch bei gleicher Geometrie.

Werkstoffauswahl

Material nach Medium, Temperatur und Zyklenzahl

Die Silikonsorte beeinflusst die Lebensdauer der Membran. Wir wählen sie anhand Ihres Pflichtenhefts, statt allein nach Verfügbarkeit.

Bei häufig schaltenden Membranen hilft die gewünschte Dauerschwingfestigkeit, Werkzeugtemperatur, Nachvernetzung und Entformungsstrategie gezielt festzulegen.

Anforderung Werkstoffbasis Hinweis aus der Praxis
Allgemeine Pneumatik und IndustrieAllzweck-LSRGute Grundfestigkeit, wirtschaftlich bei Serienmengen.
Medizinische Ventile und MembranenMedizinisches LSR oder platinvernetztes SilikonDokumentation und Chargenrückverfolgung projektbezogen abstimmen.
Lebensmittel- und Babycare-KontaktLebensmittelechtes, platinvernetztes LSRKonformität nach BfR XV bzw. LFGB gemäß Spezifikation.
Kraftstoff, Öl und aggressive MedienFluorsilikonQuellverhalten im jeweiligen Medium vorab prüfen.
Hohe DauertemperaturHochtemperatur-SilikonDruckverformungsrest bei Betriebstemperatur berücksichtigen.
Tieftemperatur im AußeneinsatzNiedrigtemperatur-SilikonDas Rückstellverhalten bei Kälte entscheidet über die Dichtheit.

Verfahren und Einsatzgrenzen

Das Fertigungsverfahren folgt Geometrie, Stückzahl und Toleranz

Nicht jede Membran gehört in ein Spritzgießwerkzeug. Wir vergleichen die Anforderungen und empfehlen das passende Verfahren für Ihr Bauteil.

Verfahren Geeignet für Typische Toleranz Grenze
LSR-SpritzgießenSerienmembranen mit Dichtlippe, Rollen oder Falten; Mehrkavitäten±0,05 mm, kritisch bis ±0,02 mmWerkzeugkosten; Angusssystem muss zur Membran passen.
LSR-UmspritzenMembranen auf Kunststoff- oder Metallträgern±0,05 mmDie Haftung zwischen Träger und Silikon muss durch Bonding gesichert sein.
FormpressenDicke oder großflächige Platten und Sonderanwendungen±0,2 mm bei kleinen TeilenEngere Toleranzen sind nur eingeschränkt möglich.
Extrusion und StanzenFlache Membranen aus Profilware, geringe bis mittlere StückzahlQuerschnitt ±0,05 mmKeine dreidimensionale Form; Schnittkante muss geprüft werden.

Mit Dichtlippe oder Rollgeometrie: LSR ist meist das geeignete Verfahren für die gewünschte Geometrie.

Ebene Scheibe mit geringen Kantenanforderungen: Stanzen aus Platte oder Profil kann bis zum Serienwerkzeug schneller und wirtschaftlicher sein.

Fertigung und Prüfung

Fähigkeiten für Membranbauteile

Die Übersicht beschreibt typische Möglichkeiten. Verbindliche Werte und Prüfmerkmale legen wir in der Angebotsphase für Ihr Projekt fest.

VerfahrenLSR-Spritzgießen und -Umspritzen, Formpressen, Stanzen
Härtebereich10–80 Shore A
Maximales LSR-Bauteilvolumen300 × 200 × 100 mm
TeiletoleranzTypisch ±0,05 mm; kritisch bis ±0,02 mm, anwendungsabhängig
Werkzeugtoleranz±0,01 mm
Stück-zu-Stück-WiederholgenauigkeitCa. ±0,1 mm, geometrieabhängig
Kavitäten und WerkzeugstandzeitEinfach- bis Mehrfachkavität; Serienwerkzeug typischerweise 3–5 Mio. Schuss, abhängig von Werkzeug und Anwendung
WerkzeugstähleP20, NAK80, H13, S136, 420 Edelstahl
WerkzeugdurchlaufzeitPrototypenwerkzeug aus Aluminium: Richtwert 10–12 Tage; Serienwerkzeug aus gehärtetem Stahl: Richtwert 3–6 Wochen
Sekundäre OperationenNachvernetzung, Präzisionsentgraten, Stanzen, Lochen, Ventilschlitzung, Bohren, Lasermarkierung und Montage
PrüfungMaß-, Härte-, Funktions- und Dichtigkeitsprüfung gemäß Prüfplan

Ventilschlitzung als kontrollierter Prozessschritt

Bei Rückschlagventilen und Entenschnabelmembranen beeinflusst der Schlitz die Öffnungscharakteristik. Durch die Schlitzung als sekundären Prozess lässt sich diese gezielt einstellen, statt sie allein vom Werkzeug abhängig zu machen.

Konstruktion und DFM

Geometriedetails, die im Serienbetrieb entscheidend sind

Viele Membranprobleme entstehen nicht im Material, sondern in der Geometrie. Im DFM prüfen wir besonders die Punkte, die Belastbarkeit, Dichtfunktion und Werkzeugaufwand beeinflussen.

Wandstärkenübergang

Abrupte Dickenwechsel an Rolle oder Befestigungsrand erzeugen Spannungsspitzen. Wir schlagen Übergangsradien vor, die im Werkzeug fertigbar und im Bauteil belastbar sind.

Dichtwulst und Dichtfläche

Die Dichtkante sollte unter definierter Vorspannung anliegen, ohne dass sich die Membran beim Einbau verzieht.

Entformung

Bei Falten oder Hinterschnitten bewerten wir Schieber, Kernzug und elastische Entformung. Die Wahl beeinflusst Taktzeit und Werkzeugkosten.

Angussposition und Grat am Trennrand

Der Anguss sollte nicht in der aktiven Membranfläche liegen, um Schlieren und Materialinhomogenitäten zu vermeiden. Bei Membranen unter 0,5 mm ist die Gratkontrolle besonders wichtig: Trennebene und Entgratstrategie müssen verhindern, dass Grat in die Dichtfläche läuft.

Ist die Auslegung noch nicht final, senden Sie uns Zeichnung und Funktionsbeschreibung. Sie erhalten eine schriftliche DFM-Rückmeldung mit konkreten Änderungsvorschlägen.

Qualität und Freigabe

Nachvollziehbare Nachweise statt allgemeiner Qualitätsaussagen

Für jedes Membranprojekt stimmen wir einen Prüfplan ab. Die Serie wird erst nach Abstimmung der Erstmuster mit Ihrer Konstruktion freigegeben.

Chargen verfolgen wir so, dass sich Werkzeugnummer, Maschine und Fertigungszeitraum zuordnen lassen. Umfang und Anforderungen für IMDS-relevante Stammdaten oder MDR-bezogene Unterlagen klären wir vor Projektstart.

  1. 01Maßprüfung kritischer Merkmale an T0/T1-Erstmustern, dokumentiert mit Messprotokoll.
  2. 02Härteprüfung nach Shore A an definierten Stellen der Membran.
  3. 03Funktionsprüfung im Einbauzustand; bei Ventilen mit Öffnungs- und Schließdruck.
  4. 04Dichtigkeitsprüfung unter vereinbarten Druck- und Temperaturbedingungen.
  5. 05Materialzertifikat des Silikons; auf Wunsch mit Angaben zur REACH- und RoHS-Konformität.

Projektpassung

Für welche Membranprojekte wir der richtige Partner sind

  • Zeichnung oder 3D-Modell und eine klare Funktionsbeschreibung liegen vor.
  • Die Membran ist für eine wiederkehrende Serie vorgesehen, nicht nur für einen einmaligen Versuchsaufbau.
  • Der Jahresbedarf liegt im hohen fünfstelligen Bereich oder darüber – oder ein klarer Hochlauf ist geplant.
  • Dichtfunktion, Schaltdruck oder Lebensdauer sind messbar definiert.
  • Sie suchen eine Begleitung von der DFM-Prüfung über das Werkzeug bis zur Serienfreigabe.

Anfrage vorbereiten

Senden Sie uns Ihre Membrananforderungen

Ein vollständiges Anfragepaket beschleunigt die technische Prüfung. Wir melden uns mit einer ersten Einschätzung zu Machbarkeit, Verfahren und offenen Fragen – bevor Sie in eine Werkzeuginvestition gehen.

Für die Angebotserstellung hilfreich

  • Zeichnung oder STEP-Datei mit kritischen Maßen und Funktionsflächen
  • Werkstoffvorgabe oder Medium, Temperaturbereich und Härteanforderung
  • Jahresmenge, Losgröße und gewünschter Lieferrhythmus
  • Dicht- und Funktionsmerkmale wie Schaltdruck, Dichtdruck oder Hub
  • Erwartete Lebensdauer in Zyklen
  • Benötigte Nachweise: Materialzertifikat, Erstmusterbericht, Prüfplan oder Dokumentation für Medizinprodukte beziehungsweise Lebensmittelkontakt

Technische Anfrage

Teilen Sie uns Ihre Anforderungen und Unterlagen mit. Wir klären die nächsten Schritte mit Ihnen.