LSR-Umspritzen bei LSRParts
LSR Umspritzen für Serienbauteile mit Silikon auf Kunststoff- oder Metallträger
Wenn eine Dichtlippe auf einem Gehäuse sitzen muss, das bei jeder Montage gleich dicht sein soll, entscheidet nicht die Shore-Härte allein, sondern die Haftung am Träger, die Positionsgenauigkeit im Werkzeug und die Frage, wie sich beides über 100.000 Teile hält.
Nach der Prüfung Ihres RFQ-Pakets erhalten Sie von uns eine Rückmeldung zu Machbarkeit, Bonding-Strategie und Werkzeugkonzept, mit konkreten Annahmen statt Pauschalangeboten.
Was beim Umspritzen tatsächlich passiert
Ein vorgefertigter Träger wird in das Werkzeug eingelegt. Anschließend spritzen wir flüssiges Silikon an definierten Stellen an und vernetzen es direkt im Werkzeug. Das Ergebnis ist ein einteiliges Verbundbauteil ohne separaten Kleb- oder Montageschritt.
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1
Weniger Montageschritte
Die Dichtung sitzt bei Anlieferung bereits auf dem Träger. Ihre Linie muss sie nicht mehr einlegen oder verkleben.
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2
Reproduzierbare Position
Die Silikonkontur wird vom Werkzeug bestimmt, nicht vom Werker. Das reduziert die Streuung an der Dichtlinie.
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3
Klare Fehlerbilder
Ablösungen, Lunker oder Grate sind bei einem sauber definierten Prozessfenster messbar und nachweisbar. Die Reklamationsbearbeitung wird dadurch kürzer.
Trägerwerkstoff und Bonding richtig auswählen
Die Haftung zwischen Silikon und Träger ist der Punkt, an dem Umspritzprojekte am häufigsten scheitern. Wir klären das in der DFM-Phase, bevor Stahl geschnitten wird.
Haftung über einen Primer oder einen werkstoffspezifischen Haftvermittler. Geeignet, wenn die Dichtfläche glatt ist und die Last überwiegend senkrecht zur Verbindung wirkt.
Verankerung über Hinterschnitte, Durchgangsbohrungen oder Nuten im Träger, durch die das Silikon hindurchfließt. Geeignet bei hoher Scherbelastung oder wenn der Träger nicht für Primer freigegeben ist.
Die Entscheidung hängt von Werkstoff, Betriebsbelastung und Temperaturprofil ab. Bei Trägern mit geringer Oberflächenenergie schlagen wir frühzeitig eine mechanische Komponente vor, statt nach dem ersten Abreißversuch nachzubessern.
| Trägerwerkstoff | Typische Bonding-Strategie | Hinweis für die Freigabe |
|---|---|---|
| PA / PA66 (GF) | Chemisch oder kombiniert | Feuchteaufnahme vor dem Umspritzen berücksichtigen |
| PBT | Chemisch oder mechanisch | Haftprüfung am Serienprozess-Muster |
| PC | Chemisch | Spannungsrisse durch Silikon-Medien prüfen |
| PPSU / PEI / PPA | Chemisch oder mechanisch | Hochtemperatur-Freigabe projektbezogen |
| Aluminium | Chemisch nach Vorbehandlung oder mechanisch | Vorbehandlung als Prozessschritt dokumentieren |
| Edelstahl | Mechanisch bevorzugt | Verankerungsgeometrie im Träger früh festlegen |
| Messing / Kupfer | Chemisch nach Vorbehandlung | Korrosionsverhalten im Medium prüfen |
Werkzeugkonzept: Wo Umspritzen über Serienqualität entscheidet
Ein Umspritzwerkzeug braucht eine exakte Trägeraufnahme und eine Dichtung gegen Überlauf am Trägerrand. Wir setzen auf Stahlwerkzeuge mit definierten Aufnahmen und Dichtkanten, damit der Träger nicht verrutscht und Silikon nicht unter die Dichtlinie läuft.
- Positionierung des Trägers über Passstifte oder Einlegekonturen, abgestimmt auf die Trägertoleranz
- Angusslage, sodass der Fließweg gleichmäßig über die Dichtkontur verläuft und keine Bindenähte an der Dichtlinie entstehen
- Entlüftung an Stellen, an denen Lufteinschlüsse die Haftung schwächen würden
- Kavitätenzahl, abgestimmt auf Trägerhandling und Automatisierung
- Werkzeugstahl
- H13 oder NAK80, bei abrasiven Trägern auch 420
- Serienwerkzeug-Lebensdauer
- 3 bis 5 Mio. Schuss
- Durchlaufzeit Serienwerkzeug
- ca. 3 bis 6 Wochen
- Prototypenwerkzeug
- ca. 10 bis 12 Tage. Aluminium-Rapid-Tool für Muster: 100 bis 10.000 Zyklen je nach Geometrie
Technische Eckdaten
Die Teiletoleranz von ±0,05 mm bezieht sich auf die Silikonkontur relativ zum Träger. Bezugskanten und Trägertoleranzen gehen in die Gesamtbetrachtung ein und werden in der Zeichnung festgelegt. Engere Toleranzen an einzelnen Konturen sind möglich und erfordern eine gemeinsam mit Ihrer Qualitätsabteilung aufgesetzte Prüfstrategie.
| Parameter | Fähigkeit |
|---|---|
| Verfahren | LSR-Umspritzen (Einlegeumspritzung) |
| Maximales Bauteilvolumen | 300 × 200 × 100 mm |
| LSR-Härte | 10–80 Shore A |
| Trägerwerkstoffe | PC, PA, PBT, PPSU, PPA, PEI, Aluminium, Edelstahl, Messing, Kupfer |
| Bonding | Chemisch, mechanisch oder kombiniert |
| Werkzeugtoleranz | ±0,01 mm |
| Typische Teiletoleranz | ±0,05 mm (Silikonkontur zum Träger) |
| Kavitäten | Einfach oder mehrfach |
| Serienwerkzeuglebensdauer | 3–5 Mio. Schuss |
| Nachbearbeitung | Nachvernetzung, Entgraten, Drucken, Lasermarkierung, Montage |
Welche Projekte für Umspritzen geeignet sind
Umspritzen lohnt sich, wenn das Silikon eine Funktion übernimmt, die der Träger nicht erfüllen kann, und wenn die Stückzahl die Werkzeuginvestition trägt.
Typische Anwendungen aus unserer Fertigung
- Medizintechnik: Griffe mit Silikonauflage, Dichtelemente an Gehäusen, Ventilkörper mit integrierter Dichtlippe
- Steckverbinder und Elektronik: Dichtungen an Steckergehäusen, Umspritzungen für Schutzart IP, Taster mit Silikonkontur
- Automotive: Dichtelemente an Sensor- und Steckergehäusen, Entlüftungselemente, Abdichtungen mit definierter Anpresskraft
- Haushalt und Babycare: Griffe und Dichtungen auf Kunststoffträgern mit Anforderungen an Lebensmittelkontakt
Weniger geeignet
- Sehr kleine Stückzahlen ohne Serienperspektive
- Träger, die ständig wechseln
- Silikonflächen, die nur mechanisch über eine einfache Clip-Verbindung gehalten werden sollen
In diesen Fällen schlagen wir Alternativen vor, etwa Formpressen oder ein zweiteiliges Konzept, damit Ihr Budget nicht in einem Werkzeug landet, das sich nicht amortisiert.
Was Sie für die RFQ bereitstellen sollten
Eine vollständige Anfrage spart mindestens eine Feedbackschleife. Fehlen Angaben, senden Sie trotzdem, was Sie haben. Wir benennen in der Rückmeldung, welche Information für die Bonding-Entscheidung oder das Werkzeugkonzept fehlt.
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Konstruktionsdaten
3D-Daten des Trägers und des Silikonteils (STEP) sowie Zeichnung mit Bezugskanten, Toleranzen und Dichtlinien
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Trägerwerkstoff
Güte, Glasfaseranteil und Angabe, ob der Träger getrocknet oder konditioniert wird
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Silikon
Werkstoff und Härte sowie Anforderungen an Medienbeständigkeit, Temperatur und Lebensdauer
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Stückzahlen
Jahresbedarf und Serienhochlauf für die Auslegung von Werkzeuganzahl und Kavitätenzahl
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Funktionsmerkmale
Dichtlinie, Anpresskraft, Ansprechdruck und Prüfmerkmale
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Nachweise
Materialzertifikat, Erstmuster (PPAP oder vergleichbar), ggf. MDR-Dokumentation, IMDS-relevante Stammdaten oder Lebensmittelkonformität nach BfR XV bzw. LFGB
Von der Anfrage bis zur Serienfreigabe
Die Wahl des Bondings und des Werkzeugs bestimmt, wie viel Zeit die Validierung braucht. In der Angebotsphase nennen wir die Prüfungen, die wir für Ihr Bauteil für notwendig halten.
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Schritt 1
RFQ-Prüfung und DFM
Machbarkeit, Bonding-Strategie, Angusslage und Prüfkonzept
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Schritt 2
Material- und Werkzeugkonzept
Silikonauswahl, Trägeraufnahme und Werkzeugwerkstoff
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Schritt 3
Werkzeugbau und Bemusterung
T0 als Prozessgrundlage, T1 mit Haftungs- und Maßprüfung
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Schritt 4
Validierung
Abreißversuch, Maßprüfung an der Dichtkontur und Funktionsprüfung
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Schritt 5
Serienfreigabe
Prozessfenster festgelegt und Prüfplan aktiv für die Massenfertigung
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Schritt 6
Sekundär, Verpackung und Versand
Nachvernetzung, Montage und Exportverpackung nach Ihrer Spezifikation
Anfrage senden
Schicken Sie uns Ihr RFQ-Paket an info@lsrparts.com. Für Werksbesuch oder Versandadresse finden Sie unseren Standort hier: .
Wir antworten auf Deutsch oder Englisch und melden uns innerhalb von zwei Werktagen mit einer ersten Einschätzung zu Machbarkeit, Bonding-Ansatz und nächsten Schritten. Ein verbindliches Angebot folgt, sobald Zeichnung und Stückzahlannahmen geklärt sind.